Liebe Überlinger, liebe Narrenfreunde

ja, ja, der Wilhelm Busch hat Recht: „Eins, zwei drei im Sauseschritt, läuft die Zeit, wir laufen mit“.  Der traumhafte Narrentag des Viererbundes in Rottweil ist schon wieder über ein Jahr her. Und seit wir unseren Narrenfreunden am 22. Januar 2017 Auf Wiedersehen gesagt haben, am Sonntag des „Narradags“ wie die Rottweiler ihn genannt hatten, heißt das für uns in Überlingen: S’goht degege! Denn nun sind wir wieder an der Reihe. Am 25. Und 26. Januar 2020 heißt es bei uns am See „Freunde feiern Fasnet“. Für dieses Motto haben wir uns entschieden – denn natürlich laufen die Vorbereitungen längst.

Gleich nach der vergangenen Fasnet haben wir in der Narrenzunft die Ärmel hoch gekrempelt und die Arbeit verteilt. Seit letzten Juni treffen sich der Leitungsausschuss und die anderen Ausschüsse, die unseren Narrentag 2020 vorbereiten, regelmäßig. Die Namen der Arbeitsgruppen vermittelt ein bisschen, woran wir alles denken müssen: Es gibt einen Ausschuss für Verkehr und Straße, einen Bewirtungsausschuss, einen Quartierauschuss, einen für Öffentlichkeit und Repräsentation und natürlich einen für Finanzen (manche behaupten, das sei der Wichtigste). In allen Gremien arbeiten interne und externe Leute gemeinsam daran, dass unser Freundschaftstreffen mit den Oberndorfern, Elzachern und Rottweilern wieder so gut klappt wie die bisherigen in Überlingen 2006, 1992, 1977, 1963 und 1958 – auch wenn wir dieses Mal noch viel mehr Gäste erwarten und neue Gesetzte und Verordnungen uns wie den anderen Fastnachtsvereinen die Organisation solcher Großveranstaltungen immer schwieriger machen.

Wir arbeiten jedenfalls mit aller Kraft an der Vorbereitung, denn natürlich sind wir als Narrenzunft auch stolz darauf, dass wir mit dem Narrentag 2020 die Auftaktveranstaltung zum 1250-jährigen Stadtjubiläum der Ehemals Freien Reichs- und Kreisstadt Überlingen machen.

dass wir mit dem Narrentag 2020 die Auftaktveranstaltung zum 1250-jährigen Stadtjubiläum der Ehemals Freien Reichs- und Kreisstadt Überlingen machen.

Vielleicht steht ja bis zum Narrentag dahin sogar das Aufkircher Tor wieder ohne Gerüst da – nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt, die Überlinger bräuchten heutzutage viel länger dafür, einen Turm runter zu streichen und zu renovieren, als unsere Vorgänger im Mittelalter brauchten, um ihn zu bauen.

Apropos bauen! So richtig kalt erwischt hat uns kurz vor Weihnachten die Mail aus dem Rathaus, der Kapuziner sei baufällig – „einsturzgefährdet!“ Nach Untersuchungen gesperrt. Punkt. Wenige Wochen vor der Fasnet wussten wir nicht, wo wir mit den Jugendpartys hinsollen, mit denen wir seit Jahren dafür sorgen, dass an den drei wichtigsten Fasnetsabenden jeweils um die 600 junge Mäschgerle zwischen 14 und 18 abtanzen und feiern können. Nach diversen Gesprächen haben wir kurzfristig zumindest eine Lösung für den Schmotzigen Dunschdig und den Fasnetsmendig gefunden – im Kursaal. Danke an das Jugendreferat und das Bewirtungsteam um Robin Schäfe mit den Leuten vom Kursaal. Während wir diese Zeilen schreiben, hoffen kurz vor Drucklegung dieses Heftles, dass wir bis zur Fasnet doch noch eine Lösung auch für den Fasnetssamschdig finden.

Das Stichwort Jugendfeten bringt und zu einer erfreulichen Nachricht für die ganz jungen Mäschgerle. Dieses Jahr erscheint wieder ein Fasnetsheftle, an dem, wie man so hört, aber auch so mancher große Narr seine Freude hat.  Was das Team, in dem auch Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen und weitere kreative Köpfe mitarbeiten, entwickelt hat, gibt die Narrenzunft in einer Auflage von 1800 Exemplaren heraus, die Kindergärten und Grundschulen gratis zur Verfügung gestellt 

werden. Auch dieses sechste Heftle bietet die gewohnte unterhaltsame Mischung aus Spielen, Basteleien und Wissenswerten rund um unser Brauchtum.

Eine große Bitte haben wir in diesem Zusammenhang an alle, die es gut finden, dass wir unser Brauchtum an die nächste Generation weiter geben. Wir suchen dringend Sponsoren, die Patenschaften übernehmen für die Verteilung der Hefte an pädagogische Einrichtungen in der Kernstadt und den Teilorten. Der Reinerlös fließt am Ende in den Jugendfonds der Narrenzunft, aus dem wir die Jugendfeten finanzieren – was dieses Jahr durch den Wegfall des Kapuziners deutlich teurer werden dürfte.

Ein großer Erfolg war vergangenes Jahr der Wieberjuck zum Monstergugg am Abend des Schmotzigen Dunschdig. Weil sich das so bewährt hat, machen wir es mit großer Freude wieder. Abends um Acht geht’s los. Die Frauenhäser unserer Stadt, die Löwen und Alten Wieber, gestalten den Abend zusammen mit den Guggenmusiken Seegumper, GuggeVamps und der Dampfkapelle zusammen mit Zimmermännern, Hänseleräten und Narrenräten und den Narreneltern.  Feiern Sie mit!

Etzt wünsched mir allene Ibberlinger und nadirlich au die meh oder weniger fremde Schnuufer e schäne Fasnet bei uns rund um de Münschderturm – un die hond er, wenn er selbert mitmached. Deshalb: Schlupfed ins Häs und gond uff’d Gass und zu die Veranstaltunge und in d’Bese – s‘ Programm schdoht weiter hinte im Heftle. Feiered in die Wirtschafte und saged die Wirtsleut, wenn se no offe lond über d’Fasnet, au emol e Dankschön.

Eure Narrenmutter Wolfgang Lechler

Euer Narrevater Thomas Pross