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Fasnet in Überlingen - Das hat was !

Es ist der Schmotzige Dunnschtig, 6 Uhr morgens. Die Mit-glieder des Spielmanns- und Fanfarenzuges stimmen ihre Musikinstrumente, um nach mehreren "Warmmachern"  (kein Tee !) mit dem "Wecken" zu beginnen. Wenn das erste Mal der Narrenmarsch erklingt, läuft es jedem echten Überlinger eiskalt den Rücken herunter und ein wohliges Kribbeln macht sich in der Bauchgegend bemerkbar. Die Mitglieder der Narrenzunft rüsten sich ab 7 Uhr morgens, bei einem Frühstück im "Hotel Ochsen", für die bevorste-henden Aufgaben. Langsam, aber sicher füllt sich die In-nenstadt von Überlingen mit Zuschauern, Musikkapellen, Schnurranden und -dinnen, Kindern ...
Die Fasnet hat begonnen ! Am Nachmittag des Schmotzi-gen Dunschtig, wird der Narrenbaum durch die Zimmer-mannsgilde gestellt. Es handelt sich hier um eine ca. 30m hohe Fichte, die in den Wäldern um Überlingen sorgfältig ausgesucht, geräppelt und mit bunten Bändern verziert, gestellt wird. Dieser Brauch feierte im Jahre 2006 sein 150-jähriges Bestehen.
Erwähnenswert an der Überlinger Fasnet ist die, Gott sei Dank, wieder steigende Zahl an Schnurranden. "Schnur-ren" ist eine besondere Form der Unterhaltung über ein bestimmtes Thema, wobei der "Schnurrand" mit Argu-menten und Utensilien den "Beschnurrten", ähnlich einer Büttenrede, unterhält. Das Schnurren kann nur leben, wenn der oder die "Auserwählte" auf das Wortspiel eingeht und den Spaß mitlebt. Also lieber Besucher der Überlinger Fasnet, wenn Sie ein "Schnurrer" ausgespäht hat, machen Sie im die Freude und schenken Sie ihm Ihre Aufmerk-samkeit.


Überlinger Traditionsfiguren;  (c) Narrenzunft Überlingen

Es ist der Fasnetssamstag gegen 19 Uhr. Durch bengali-sche Beleuchtungen sind die verwinkelten Gassen, Türme, Tore, Brunnen und das alt-ehrwürdige Münster in mys-tisches Licht getaucht. Man hört ein Glockenspiel, ohne zu wissen wo es her kommt. An den Strassen stellen sich Zuschauer in teilweise 6-er Reihen auf, Kinder rennen die Strassen rauf und runter. Es liegt etwas in der Luft. Man hört die Stadtkapelle spielen, und durch das Franziskanertor ist die alte Zunftfahne zu sehen. Dann kommt der erlösende Moment. Die Stadtkapelle marschiert durch das Tor und ihr folgen hunderte von Hänsele, in einem nicht enden wollenden Strom. Juckend bewegen sie sich auf die Zuschauer zu und zeigen ihre Kunst des Schnellens.

Ohne die Mithilfe und Unterstützung der Großen Kreisstadt Über-lingen, der  Bürgerschaft, der Besenwirtschaftsbetreiber, aller Gas-tronomen, die an der Fasnet geöffnet haben,  und allen welche sich mit unserem Brauchtum identifizieren, wäre eine Durchführung der Fasnet in Überlingen nur noch bedingt möglich. Deshalb sei, an die-ser Stelle, ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.

 

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