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 Geschichte zur Küchlinfahrt
 

Das Holen des Fasnetküchlins schien schon 1529 einer wahren heißen Schlacht am kalten Buffet gleichzukommen. Aus diesem Grund verbot der Rat der Stadt Überlingen zeitweise das Holen des Küchlins ganz, bzw. erlaubte es schließlich nur noch Kindern und ausnahmsweise noch Freunden und Verwandten der Bürgerschaft Überlingens. 

Zur Unzufriedenheit der Bürgerschaft hielt der Rat der Stadt Überlingen selbst jedoch am Holen des Küchlins, beim Comtur der Mainau, fest. Zu diesem Zweck fuhren Abgesandte der Stadt Überlingen mit einem Boot auf die Bodenseeinsel, was damals sehr lautstark zugegangen sein musste, da im Jahre 1553 die Mitnahme von Büchsen und Trommeln verboten wurde.

Während der hohe Rat der Stadt seinen Bürgern auftrug das Küchlin, nur bei guten Freunden ruhig, bescheiden und außerdem am Montag nach der Herrenfasnacht zu holen, nahm der Rat selbst die den Bürgern auferlegten Ordnungen nicht so ernst. Der Hintergrund dieser Tatsache war, dass es auf der Mainau nicht nur die Küchlin zu essen gab, sondern allerhand mehr als der Rat der Stadt zugeben wollte. Dies stellte sich heraus, als der dortige Comtur ein-mal krank war und die Küchlein nicht verteilen konnte und kurzerhand, als Ersatz für das entgangene Mahl


 

zwei Kälber, ein Reh und 32 Hennen nach Überlingen schickte.
Das "Küchlin" von der Mainau war eine Art  Grund-steuer für das in Überlingen stehende Amtshaus der Deutschordenscomturei, welche nur dem Rat der Stadt zugute kam. So war es natürlich nicht verwun-derlich, dass die Bürger dem Rat neidisch ge-genübertraten, während sie sich bescheiden und ruhig verhalten und mit einem Küchlin begnügen mußten.

Als jedoch im Jahre 1573 der Überlinger See zufror und deshalb das schon ausgelaufene Schiff des Überlinger Rates, aufgrund des Eises, die Mainau nicht erreichen konnte, war die Schadenfreude in der Überlinger Bürgerschaft sehr hoch.
1603 ging der Ärger der Bürger sogar soweit, daß sie dem Rat der Stadt, während dieser das „Küchlin" im Hause der Beckenzunft verspeiste, die Fahnen der Herrschaft von den Stangen rissen, abschnitten und entwendeten. Im Jahre 1603 wurde das letzte Küchlin auf der Mainau geholt.
Böse Zungen behaupten, daß dies die Folge des ersten Bürgerentscheids in Überlingen war :-)
 

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